Die DELF + DALF Module  im Überblick

 

 

CADRE COMMUN

Europäischer Referenzrahmen

DELF/DAL

(épreuves générales tous publiques)

DELF SCOLAIRE

(thèmes orientés sur la vie des jeunes et adolescents)

PRÜFUNGSDAUER

Sequenzierung auf den Unterricht

ab Jgst 6 bis ABI in 12

bei JANUARPrüfungen

A1

(80 à 100 heures d’apprentissage)

DELFA1

premiers acquis

DELFA1

scolaire

1 h 20

ca. 120 Stunden in 6

ca. 120 Stunden in  7

Meldung für 8.1

A2

+ 100 – 120 heures

DELFA2

compétence élémentaire

DELFA2

scolaire

1 h 40

ca. 75 Stunden in 8

+ 2 stündige AG (+25)=100

Medlung für 9.1

B1

+150 à 180 heures

DELFB1

Niveau Seuil

DELFB1

scolaire

1 h 45

ca. 75 Stunden in 9+10

+ 2 stündige AG

(+50)=200

Meldung für 11.1.

B2

+ 200 à 250 heures

DELFB2

utilisateurs indépendant

DELFB2

scolaire

2 h 30

ca. 75 Stunden GK in 10+11

+ 2 stündige Ag=200

Meldung für 12.1

C1

+ 250 à 300 heures

DALFC1

expérience et autonomie

 

4 h

ca. 75 Stunden GK in 11+12

+ 2 stündige AG=200

Meldung in 13.1 (????)

C2

+ horaires variable

DALFC2

maîtrise

 

3 h 30

ca. 75 Stunden

+ 2 stündige AG

GK in 12+13????

 

 

 

Die DELF-DALF-Arbeit hatte sich in den vergangenen Jahren an vielen  Schulen in NRW zunehmend entfaltet.

An vielen Schulen wurde durch AG-Arbeit eine kontinuierliche Förderung von interessierten  Schülerinnen und Schülern  sicher gestellt:

 

- Für Schülerinnen und Schüler nach dem  2. Lernjahr  (Klasse 8) wurde durch einstündige AGs im dritten Lernjahr ( Klasse 9) über die Dauer des Schuljahres eine kontinuierliche Förderungsmöglichkeit angeboten, die im Mai des dritten  Lernjahres zum erfolgreichen Abschluss des Niveau A2 führte.

 

- Für Schüleriinnen und Schüler des weiteren Lernjahres der Sekundarstufe I ( Klasse 10) wurde durch zweistündige Ags über den gleichen Zeitraum ein erfolgreiches Abschließen des Niveau B1 im Mai des vierten Lernjahres ermöglicht.

 

- Mit den neuen Lehrwerken A PLUS und DECOUVERTES(NEU), die Lernmöglichkeiten zur Vorbereitung auf die DELF-Prüfungen anbieten, war ein erfolgreiches  Abschließen des Niveau A1 im zweiten Lernjahr aus dem Unterricht heraus + individualisierte Simulation der mündlichen Prüfung möglich.

 

Die so geschaffene Basis von besser qualifizierten Schülerinnen und Schülern trug zur Hebung der Unterrichtsqualität auch im Klassenverband bei und trug dazu bei, dass mehr  Schülerinnen und Schüler eine Fortsetzung des Faches Französisch in der Oberstufe anstrebten.

 

- In zweistündigen AGs für Schülerinnen und Schüler der Klassen 11/12/13 konnten ebenfalls Zertifikate des alten Ansatzes von DALF (4 unabhängig ableitbare Module)  bereits in der Schulzeit erworben werden. Das Niveau B2, das in den Richtlinien Orientierung für das Abitur-Niveau ist, konnte so von vielen Schülern bereits in Jgst 12 erreicht werden. Es gab ebenfalls Schüler, die DALF-Zertifikate , die dem heutigen C1 entsprechen, in 12.2 oder 13.1. erwarben.

 

Dieser auf Kontinuität angelegte Förderungsansatz ist jetzt verschiedenen Störungen unterworfen:

 

Die Einführung zentraler Prüfungen in 10, im Abitur und in 8 (Lernstandserhebungen) haben beim ersten Durchgang zu Verunsicherungen bei Schülerinnen und Schülern geführt, die glaubten, keine Zeit für AG-Arbeit übrig zu haben. Diese Verunsicherungen haben sich für viele Schülerinnen und Schüler nachträglich zwar als unnötig erwiesen, diese aber aus der Kontinuität der Förderung geworfen.

 

Die parallel dazu erfolgte Veränderung der DELF-DALF-Prüfungstermine stört langfristig die kontinuierliche Förderungsarbeit durch die Schulen, da Januar-Termine im Schuljahres-Ablauf keine regelmäßige Förderungsarbeit ermöglichen: Unterricht und AG-Arbeit werden je Schuljahr organisiert und sind daher Lehrerwechseln je Schuljahr unterworfen. Schülerinnen und Schüler müssen auf eine Januar-Prüfung in nur einem Halbjahr vorbereitet werden: Die AG-Stunden müssten für das jeweils 1. Halbjahr verdoppelt werden, während nach der abgeschlossenen Prüfung dann eine Förderungspause entsteht. Eine Verdoppelung der Förderung ist insbesondere für  den Lern- und Arbeitsrhythmus ab Niveau B1 nicht mehr  leistbar (weder für die Lehrer, noch für die Schüler: 4 Stunden AG in der Woche sind nicht realisierbar).

Die Prüfungstermine im Mai/Juni sind Voraussetzung für eine kontinuierliche auf die gesamte Spracharbeit der Schulen zielende Förderarbeit.

Wenn nur noch 1 Termin-Zeitraum angeboten werden soll, sollte dieser im Mai /Juni liegen, nicht im Januar.
Die Schädlichkeit einer Terminierung auf Januar macht die nachstehende Übersicht deutlich, in der versucht wurde, ein kontinuierliches Förderungsprogramm zu sequenzieren:

 

6

4

7

4

8

3

9

3

10

GK

11

GK

12

GK

 ca. 120 Std

cq. 120 Std

ca. 75 Std

ca. 75 Std

ca. 75 Std

ca. 75 Std

ca. 75 Std.

 

 

Meldung für Januar A1

individuelle Simulation

in 8.1

+ AG 1 in 8.2

+AG1 in 9.1

Meldung für Januar A2

 

 

+ AG2 in 9.2

+AG2 in 10.1

Meldung für Januar B1

 

 

+ AG2 in 10.2

+ AG2 in 11.1

Meldung für Januar B2

 

 

+ AG2 in 11.2

+ AG2 in 12.1

Meldung für Januar C1

 

 

 

 

 

 

 

 

ca. 120 Std.

ca.120 Std

 

 

 

 

 

11

LK

12

LK

 

 

 

 

 

+ AG2 C1

Meldung zum Januar C1

+ AG2 C2

Meldung zum Januar C2

 

Diese Übersicht macht deutlich, welche Kontinuitäts- und Qualitätssicherungsprobleme bei den nur für Januar vorgesehenen Prüfungen entstehen:

Die hohe Stundenzahl in 6 + 7, die erlaubte, bereits im Mai (7.2) A1 erfolgreich abzuschließen, bleibt ungenutzt.

Die Progression ist für Prüfungen in 8 / A2 und in 9 /B1 bei weniger Unterrichtsstunden im Klassenverband nicht gleichmäßig zu verteilen.

Die Progression, die bisher bis zur Jahrgangsstufe 13 guten Schülerinnen und Schülern erlaubte,  auf DALF-Niveau zu gelangen, ist nicht mehr herzustellen.

Die den Schuljahreswechsel überspringende Organisation der Förderarbeit  wie in diesem Schema würde sich in den Schulen nur schwerlich realisieren lassen.

Eine Qualitätssicherung trotz verkürzter Schulzeit (Wegfall der Jahrgangsstufe 10/SekI) ist ohne Prüfungstermine im Mai/Juni nicht zu garantieren.

 

Eine Fixierung der Prüfungstermine auf Januar entspricht daher nicht den Interessen der Schülerinnen und Schüler. Sie senkt die Möglichkeiten der Qualifizierung.

 

Die Notwendigkeit dieser Fixierung besteht aus der Belastungssituation der Schüler und Schülerinnen ebenso wenig, wie aus der Belastungssituation der unterrichtenden Lehrer und der sie organisierenden Schulen:

 

DELF und DALF Prüfungen müssen zwar für den schriftlichen Teil der Prüfung an den Schulen durchgeführt werden , was aber lediglich einen zusätzlichen Termin mit sich bringt, gegebenenfalls 2, wenn die Lehrer die Schülergruppe zu den Mündlichen Prüfungen durch die Institute begleiten. Diese Mehrbelastung haben bisher alle Schulen, an denen eine sequenzierte Förderarbeit DELF DALF stattgefunden hat, ohne Proteste getragen!!

 

Wenn DELF DALF Förderarbeit weiterhin zum Profil schulischer Qualitätssicherung einen Beitrag leisten soll, muss sie an Schülergruppen und nicht an Einzelschülern orientiert sein: Das gemeinsame Erleben des Erfolgs bei den Prüfungen stellt einen erheblichen Motivationsfaktor dar, der auf den Klassenverband zurückwirkt. Das Argument der Individualisierung in der Förderung läuft hier darauf hinaus, die leistungswilligen Schüler zu vereinzeln, was sowohl ihnen, als auch dem Leistungswillen aller anderen Schüler nicht zuträglich ist.

Eine solche Vereinzelung der Förderung überfordert außerdem die die Förderung tragenden Lehrer: Es ist nicht möglich für vereinzelte Schülerinnen und Schüler Unterrichtsstunden frei zu halten und stellt eine wenig rationelle Verwendung der Unterrichtenden dar.

 

Es gibt daher, wenn eine Qualitätssicherung im Schulverband angestrebt werden soll, keine Alternative zu den bisher üblichen und bekanntermaßen am häufigsten genutzten Prüfungsterminen am Ende des 2. Halbjahres.

Wenn bisher auch viele Schüler im Januar Prüfungen ablegten, so geht das auf die alten Prüfungsmodule zurück, die lange Zeit wesentlich kleinschrittigere Module vorsahen (vgl. A1,A2,A3,A4 = Sek I; A5, A6 = Jgst 11, B1, B2, B3, B4 einzeln ablegbar!!!!)

 

Die neue Modulierung A1, A2, B1, B2, C1, C2 beinhaltet kompaktere, alle sprachlichen Teilfertigkeiten kombinierende Prüfungsmodule, was für die Entwicklung der Sprachfertigkeit auch völlig richtig ist aber eben eine allseitiger orientierte kontinuierliche Vorbereitung erfordert.

 

Angelika Schwering OStR’ – i.A. FORUM 2000 NOUVELLES OPTIONS FRANÇAISES, September 2008